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17.8.2018 : 18:41 : +0200

Filmprotokoll

-Teufelsglaube und Hexenwahn-

Typische Merkmale von Hexen: Sie sind hässlich, hakennasig und alt. Dies weiß inzwischen jedes Kind. Viele Menschen neigten im Mittelalter oft dazu, Hässliches gleich mit Hexen zu beschuldigen. Die Menschheit war der Ansicht, dass Hexen oft Menschen in Tiere verwandelten, dass sie Frühgeburten verursachten und dass sie außerdem einen Einfluss auf das Wetter hatten. Junge Mädchen seien es vor allem gewesen, die das Wetter veränderten. Auch Unfälle oder ein plötzlicher Tod eines Kindes galten zu Merkmalen der Hexen.

1275 wurde die erste Frau in Toulouse verbrannt. Im 15. und 16. Jahrhundert war die Zeit, in der vor allem in Deutschland Hexenverbrennungen und -verfolgungen stattfanden. Im Jahr 1540 gab es 4 öffentliche Verbrennungen, die Luther selbst durchführen wollte. Die Schätzungen lagen auf 100000 Menschen - überwiegend nur Frauen und junge Mädchen -, die an Hexenverbrennungen starben. Manche Schätzungen liegen aber sogar auf 1 Mio. Menschen. Dadurch kam es zu Ausrottungen ganzer Dörfer. Die Zeit des Hexenwahns ging ganze 500 Jahre lang. Man warf den Hexen Teufelsbund und Schadenszauber vor. Die Hexenprozesse führten Juristen und kirchliche Mitglieder durch. Da sich die Folgen der Hexenverbrennungen in der ganzen Welt ausbreiteten, wurden die Prozesse auch mit dem weltlichen Gericht ausgeführt. Als Hexentests machte man u. a. die Wasserprobe. Die beschuldigte Hexe tauchte man in ein Becken voller Wasser. Ging sie unter, war sie unschuldig. Konnte sie sich aber über Wasser halten und überlebte, war sie eine Hexe. Folterungen führten oft zu Geständnissen.

Zu Hexen sagte man, dass sie vom Glauben abgefallen seien. Dies galt auch für so genannte "Ketzer". Es waren Todfeinde der Kirche. Deutliche Merkmale der Ketzer waren ihre Kleidung. Folterungen wurden zuerst nur bei ihnen durchgeführt. Danach machte man dies allerdings auch bei Hexen. Die Entstehung der evangelischen Kirche im 16. Jahrhundert änderte nichts an den Hexenverfolgungen.

Ein Bekämpfer des Hexenwahns war u. a. Friedrich von Spee. Er schrieb das Buch "Hütet euch vor Verbrechen". Darauf gab es ein großes Aufsehen. Christian Tumasius war ebenfalls ein Bekämpfer. Als sich allerdings die große Pest in einigen Ländern ausbreitete und Christian Tumasius dort zur Hilfe hinfuhr, wurde er selbst infiziert und starb. Als Friedrich der Große anfangs des 17. Jahrhunderts alle Folterungen verbat, neigte sich die Zeit der Hexenverbrennungen und -folterungen langsam dem Ende hinzu. 1745 fand dann schließlich die letzte Hexenverbrennung statt.