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17.12.2018 : 2:13 : +0100

Ein ökologischer Stadtplan von Syke

In den amtlichen Stadtplänen von Syke beschränken sich umweltrelevante Informationen auf wenige Sachverhalte. Da die Möglichkeiten zum umweltschonenden Verhalten oft nicht ausreichend bekannt oder nicht optimal sind, entstand die Idee zu einem ökologischen Stadtplan. 

Das erste GIS-Projekt des Gymnasiums Syke wurde im Fach Erdkunde in das für den 11. Jahrgang vorgesehene Thema "Städte als Ökosysteme" eingebunden. Da das GIS-Büro des Landkreises Diepholz sich freundlicherweise bereit erklärt hatte, die Betreuung der Arbeit in Form eines Projektpaten zu übernehmen, lag es nahe, anstelle der sonst üblichen Kartierungsform für die Erfassung der ökologischen Infrastrukturelemente ein mobiles GIS einzusetzen und die satellitengesteuerte Computertechnik des Landkreises zu nutzen.

Die Datenerfassung erfolgte in Gruppenarbeit. Jede Gruppe kartierte einen Teilbereich der Syker Innenstadt mithilfe von Pocket-PC´s und angeschlossenen GPS-Steckkarten (zur  exakten Positionsbestimmung). Im Einzelnen wurden die folgenden Karteninhalte mit zuvor genau festgelegten Merkmalen kartiert (bei Fassadenbegrünung wurde u. a. Fläche und Pflanzenart erfasst, bei Wertstoff-Containern z. B. nach Altglas, Altkleidern und Altpapier differenziert …):             

  • Wertstoff-Container
  • Bushaltestellen
  • Fahrradständer und -container
  • Solarenergiehäuser
  • Umweltberatungsstellen
  • Sitzbänke
  • Läden mit ökologischen Produkten
  • Schadstoffrücknahmestellen
  • Fassadenbegrünungen
  • Öffentliche Sanitäranlagen

Die nun folgende Projektstufe bestand darin, alle erfassten Daten in die Software

ArcView GIS der Firma ESRI einzubinden und auf dieser Grundlage einen ökologischen Stadtplan der Syker Innenstadt zu entwerfen. Dieses bedeutete, sich mit den Funktionen von ArcView vertraut zu machen und das am Gymnasium Syke bis dahin noch unerprobte Instrument GIS in den Grundzügen kennen zu lernen.

Als Resultat entstand ein digitaler Stadtplan mit unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten. Zu jedem Punktobjekt in der Karte kann ein Fenster geöffnet werden, das sämtliche Informationen aus der Attributtabelle enthält. So lässt sich außer dem Straßennamen z. B. erfahren, ob die ausgewählte Bushaltestelle überdacht ist und wie viele Sitzplätze dort vorhanden sind. Außerdem dient die Karte dazu, alle Objekte mit bestimmten Merkmalen (z. B. Wertstoff-Container, in denen Altpapier entsorgt werden kann) abzufragen und präzise zu finden. Darüber hinaus sind die erfassten Daten geeignet, Vorzüge und Mängel der ökologischen Infrastruktur in Syke offen zu legen.

Die erstmalige Arbeit mit GIS war trotz der fehlenden Vorkenntnisse sehr motivierend, eine interessante Projekterfahrung und eine Bereicherung für den handlungsorientierten Unterricht.