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14.12.2018 : 23:23 : +0100

Bericht des Jahres 1998


Vor kurzer Zeit erreichte uns folgender Brief mit Fotos aus Arequipa. Er beschreibt ein neues Projekt, das in Arequipa in Angriff genommen wurde und welches noch großer Unterstützung bedarf.
Das Projekt "Casa Verde" ist Bestandteil eines Gesamtprojektes, dem wir den Namen "Intihuatana", zu Deutsch "der Ort, an dem die Sonne angebunden ist" gegeben haben.
Ziel des Projektes "Intihuatana" ist es, ein Zentrum am Rande der Stadt Arequipa zu errichten, in dem Straßenkinder und ältere Menschen, die in der Stadt Arequipa auf der Strasse leben und arbeiten, gemeinsam leben, arbeiten und lernen können. Die Grundidee des Projektes ist es, dass die älteren Menschen ihr Wissen, ihre Erfahrungen und ihre Qualifikationen an die Kinder und Jugendlichen weitergeben, während diese durch die Übernahme diverser Aufgaben und Pflichten innerhalb des Projektes den Rahmen dafür bilden, dass die Alten ihren Lebensabend in einer menschenwürdigen Umgebung verbringen können.
Den Rahmen hierfür soll ein Zentrum bilden, das sowohl einen Wohnbereich, als auch einen Arbeits- und Ausbildungsbereich hat. Zu diesem Zwecke suchen die Projektleiter ein geeignetes Grundstück am Stadtrand von Arequipa, auf dem auch Landwirtschaft betrieben werden kann und die notwendige Finanzierung zum Ankauf des Grundstücks und zum Aufbau des Zentrums.
Als einen wichtigen Teilbereich dieser Idee haben wir die Notwendigkeit eines ambulanten Angebotes innerhalb des Stadt Zentrums erkannt; eine Art kleineres Zentrum, in dem eine erste Kontaktaufnahme stattfinden kann, dessen Angebot zur Teilnahme für die Teilnehmer (die Jugendlichen und die Alten) unverbindlicher ist und in dem die Teilnehmer sozusagen auf die Entscheidung zur Teilnahme in dem "großen" Zentrum vorbereitet werden, wenn sie das wünschen.
Den Aufbau dieses ambulanten Angebotes haben wir im Monat Mai '98 begonnen. Zu diesem Zwecke haben wir einen kleinem Raum im Zentrum der Stadt angemietet, dem wir, aufgrund seines grünen Anstrichs, den Namen "Casa Verde" "gegeben haben.
Zur Zeit betreut die "Casa Verde" ca. 20 – 30 Jugendliche im Alter zwischen l2 und 20 Jahren, die ihren Lebensunterhalt fast ausschließlich durch Schuhputzen verdienen, die in der Kegel keine Familienangehörigen in Arequipa haben, ihre Schulausbildung zumeist frühzeitig abgebrochen haben und entweder zu fünft oder sechst in irgendwelchen Billigabsteigen des Zentrums übernachten, oder aber gemeinsam mit anderen Kindern und Jugendlichen in verfallenen Häusern. Etwa ein Drittel der Kinder und Jugendliche konsumiert regelmäßig Drogen (inhalieren von Klebstoffen).

Zur Zeit hält die "Casa Verde" folgende Angebote bereit:

  • Eine leichte Abendmahlzeit (Lunche)
  • Ein kleines Frühstück
  • Mitarbeit in einem kleinen Lederprojekt
  • Psychologische Betreuung
  • Einmal pro Woche gemeinsames Übernachten
  • Ausflüge
  • Sport- und Freizeitangebote

Aufgrund der Tatsache, dass das Projekt bisher nur ein sehr bescheidenes Budget hat, beschränkt sich das Angebot auf wenige Stunden am Tag. Da wir eventuell ab Januar '99 mit etwas mehr Unterstützung rechnen dürfen, haben wir geplant, ein ganzes Haus in der Innenstadt anzumieten, um dann auch die Möglichkeit einer 24-Stunden Betreuung anbieten zu können. Das heißt auch mit Übernachtungsmöglichkeit.

Ab Januar dann, wollen wir auch die Arbeit mit den alten Menschen beginnen. Zur Umsetzung dieser Ziele fehlt es zur Zeit noch an unzähligen Dingen, hinsichtlich der Infrastruktur.

Vordringlich benötigt werden folgende Gegenstände:

  • Matratzen
  • Kücheneinrichtung
  • Didaktisches Material
  • Einrichtung der Lederwerkstatt
  • Sportausrüstung
  • Einige Möbel
  • Einrichtung einer kleinen" Krankenstation"

Wir wissen., dass wir noch einen sehr weiten Weg vor uns haben; um so mehr freuen wir uns über jedes Angebot zur Unterstützung. Vielen Dank dafür und viele Grüße übersenden die Kinder und Jugendliche der "Casa Verde".

Für die Leitung

Dessy Zanabria de Nack

Volker Nack