Sie befinden sich hier: Schule Aktiv > Schulpartnerschaften > Kamerun > ARCHIV > Austausch 01/2013 > 
DeutschEnglishFrancais
19.9.2018 : 17:36 : +0200

Kamerunaustausch 14.-29.1.2013

Montag, 14.1.2013, Abflug

Am 14.01.2013 haben 14 Schüler und Schülerinnen sich am Bremer Flughafen auf ein Abenteuer ins Ungewisse getroffen. Nach wochenlanger Planung für diese spektakuläre Reise, trafen alle pünktlich um 8.30 Uhr am Flughafen mit ihren Eltern ein, die natürlich auch Abschied, für die zweieinhalb Wochen lange Reise, nehmen wollten. Nun waren es noch 2 Stunden vor Abflug, 2 Stunden warten und 2 Stunden Zeit, sich Gedanken über diesen halben Monat im Ausland zu machen.
Zeit für das Check-in, jetzt bekam man die letzten, Mut gebenden Worte der Eltern mit und die Tür zum Terminal ging zu. Das Ziel war klar, doch was ein dort erwartete nicht wirklich. Zwar wurde man viel informiert was man darf und was nicht, aber wie es dort dann zu sich geht, konnte niemand einschätzen.
Auch ich, eine von den 14 Schülern, hatte keine genaue Vorstellung vom Ausland und besonders nicht von unseren Ziel: AFRIKA! Vieles hatte man schon gehört, aber nichts davon gesehen, außer vielleicht ab und zu im Fernsehen. Zwar waren zuvor im Oktober, einige Kameruner bei uns gewesen, doch trotz alle dem, wusste ich nicht wie sie auf unsere Ankunft reagieren würden. Noch hatte ich aber Zeit mich mental darauf vorzubereiten, da vor mir noch 8 Stunden Flug lagen und ein Zwischenstopp in Paris.
Plötzlich ging alles ganz schnell! Die kleinen Monitore am vorderen Sitz zeigten an, dass wir in 15 Minuten landen würden. Ich probierte mich zu sammeln und einige französische Brocken zusammen zu bekommen, dabei war meine Flugangst nicht sehr hilfreich. Landung! Wir waren da! Wir waren wirklich in Kamerun, in Afrika. Mit zitterigen Knien stand ich auf und verließ mit meinen Sachen das Flugzeug. Ich konnte es erst wirklich glauben, dass ich in Afrika bin, als eine Hitzewelle mir im Flughafen entgegen kam. Ich schaute mich um und sah ein großes Chaos an Passagieren, Securityleuten und uns. Uns Deutschen, die keinen blassen Schimmer hatten wo sie hin sollten und wo ihre Koffer auf sie warteten. Als schließlich das Kofferband gefunden war, kam eine schlechte Nachricht, dass nicht alle Koffer mit dieser Maschine angekommen waren. Die Verzweiflung war groß und erste Tränen flossen. Doch dafür war keine Zeit, weil es direkt weiter ging zum Ausgang. Zu dem Ausgang, wo wir gleich das erste Mal unsere Gastfamilien sehen würden, wo unsere Reise erst richtig beginnen sollte. Keiner traute sich den ersten Schritt zu tun, bis einer ging und die Ausgangstür sich öffnete und eine großes Geklatsche und Gejubel zu uns drang. Deutschlandfahnen wehten und strahlende Gesichter blicken uns an. Herzliche Umarmungen wurden verteilt, egal ob man diese Person kannte oder nicht und ein letztes Mal sah man seine Mitschüler, denn es ging direkt in das neue Zuhause für diesen Zeitraum und direkt allein zu einer Gastfamilie, die man eigentlich noch gar nicht kannte.

Mittwoch, 16.01.2013 , der 2. Tag

Zuerst ging es mit den Kamerunern in den Unterricht. Gegen 10 Uhr fuhren wir mit dem Bus zum kamerunischen Staatsfernsehen CRTV.  Dort zeigten sie uns das gesamte Gebäude.

Danach sind wir durch die Stadt gefahren und haben von dem Bus aus ein paar Fotos geschossen.

Zum Schluss hatten wir eine Besichtigung in der Brauerei „Brasseries du Cameroun“. Sie zeigten uns deren gesamte Produktionskette.

Donnerstag, 17.01.2013, der 3. Tag

Am Donnerstag den 17.01 fuhren wir morgens los zum Nationalpark in Mefou. Dort sahen wir Gorillas und Schimpansen, allerdings in Gehegen und nicht in der freien Natur. Im Nationalpark machten wir noch eine kleine Wanderung durch den Urwald, wo wir viele einheimische Pflanzen sahen und Spinnen.
Weiter ging es nach Eboko, wo wir eine Bootsfahrt auf dem zweitgrößten Fluss Kameruns gemacht haben. Die Boote waren ausgehöhlte Baumstämme und bei manchen gab es einige Löcher, die mit Lehm gestopft wurden. Nach ca. 30 Minuten legten wir an und gingen in den Dschungel. Dort sahen wir den größten und ältesten Baum Kameruns, den Kossipo. Nachdem wir wie immer unzählige Fotos gemacht haben, ging es dieselbe Strecke zurück. Als wir wieder im kleinen Dorf angekommen waren,  gab es, wie üblich Buffet. Das Essen war wie so häufig sehr lecker, doch heute gab es ziemlich spezielles Essen, wie Fisch aus dem Fluss, auf dem wir grade gefahren waren. So schreckten einige zurück als sie die Fischköpfe auf dem Buffet sahen…
Auf dem Rückweg machten wir noch Halt am Flughafen, denn Nicolas Koffer war endlich da!!

Freitag 18.1.13, der 4. Tag

Am Morgen wollen wird den Zoo Mvog Betsi besuchen. Allerdings fährt der Bus nach afrikanischer Pünktlichkeit, so verbringen wir den Morgen in der Schulbibliothek. Um 11 Uhr sind wir schließlich im Zoo, einem ehemaligen botanischen Garten.  Die  Tiere, die hier leben, sollten nach Europa oder in die USA geschmuggelt werden. Deshalb sind oft zu viele oder nur ein einzelnes Tier  in einem Gehege. Die Löwinnen leben zu dritt in einem engen Käfig und sind nur durch ein Gitter von unserer Gruppe getrennt.  Dem niedlichen Schwein geht es  dafür, mit viel Platz, „sau-gut“. Artgerechte Haltung ist  trotzdem noch ein Fremdwort.

 

Später besichtigen wir ein Sägewerk in Nkolfoulou. Aus einem staatlich kontrollierten Wald werden Bäume gefällt und weiterverarbeitet.  Die Luft ist durch die Sägespäne  stickig und zusätzlich ist es sehr heiß.  Zuerst sehen wir den Platz, wo frische Bäume gelagert werden. Sie werden anschließend gesägt.  Es werden flache Bretter oder quadratische Säulen gesägt. Die Sägezähne  werden regelmäßig in einem extra Raum geschärft. Die fertigen Bretter werden in großen Räumen über längere Zeit  getrocknet. Das Endprodukt  wird  verladen  und z.B. nach Europa exportiert um Möbel anzufertigen.  Es werden viele Bäume verarbeitet, aber die edleren Hölzer, wird nicht eingegangen.  Man hat das Gefühl, dass gerade bei diesen Hölzern Vorgaben umgangen werden.

Besichtigung von Mvog Betsi ( Zoo)

Heute haben wir den Zoo Mvog Betsi besichtigt. Es ist kein richtiger Zoo wie bei uns in Deutschland, dieser Zoo soll den Menschen in Afrika viel mehr zeigen, wie die Tiere aussehen die sie essen. In dem Zoo leben viele Tiere die aus Fallen befreit wurden oder verletzt aufgefunden wurden. In dem Zoo haben sie ihr eigenes Gehege und werden jeden Tag gefüttert. Es gibt dort die "einfachen" Tiere, wie z.B. Affen, aber auch die exotischen Tiere wie Tiger oder Löwen. Für die meisten war es eine große Erfahrung, weil noch nicht viele einem Löwen so nahe gekommen waren. Der Zoo versucht außerdem, die Menschen davon abzubringen, Affen zu essen. Es hingen viele Bilder an Stellwänden, wo tote Affen lagen oder auch schon aufgespießt waren. Es gibt sogar Märkte dafür. Für uns waren diese Bilder ziemlich erschreckend, wo doch Affen bei uns als spannende und lustige Tiere gesehen werden und nicht als Nahrung. Doch in Afrika ist es so was wie Tradition, Affen zu essen. Aber im Großen und Ganzen war dieser Tag sehr interessant und auch spannend so vielen wilden Tieren nahe zu sein.

Dienstag, 22.01.2013, der 8. Tag

Als erstes waren wir auf einem kleinen Markt auf dem wir uns Holzschnitzereien kaufen konnten. Danach fuhren wir zum Sultanspalast und besichtigten das dortige Museum. Anschließend hatten wir die Chance einem volkstümlichen Musikstück zu lauschen.

Nach diesem sehr interessanten Rundgang durch den Sultanspalast kehrten wir in das kleine Dorf Bafoussam zurück. Bei dem dortigen König bekamen wir eine Rundführung, welche vor allem von der Geschichte des Stammes erzählte.
Nach der Rundführung schauten wir bei einem Spektakel, das nahe der Stammessiedlung vorgeführt wurde, zu. Das Spektakel bestand aus einer Vielzahl von jungen Männern, die sich bunt verkleideten und bemalt tanzten.

Zu guter letzt ging es zu einem Wasserfall weiter, bei dem wir einen kleinen Stopp einlegten. Neben dem Wasserfall war eine große Anzahl von Äckern mit unterschiedlichsten Agrarprodukten. 

Am Abend fuhren wir in ein Hotel und der Tag war zu Ende.

Mittwoch, 23.01.2013, der 9. Tag

Am 23.01. haben wir zuerst die Stadt Dschang ein bisschen besichtigt und haben dort  in Souvenirshops gestöbert.

Anschließend waren wir im Musée des Civilisations (Völkerkundemuseum von Dschang) und haben dort etwas über die verschiedenen früheren Völker (z.B. Völker an der Küste Kameruns oder im Landesinneren) gelernt. Leider waren in dem Museum keine Bilder erlaubt, also konnte ich nur eins von außen machen.

 

Danach hatten wir eine lange Busfahrt, bei der wir zwischendurch bei einer kamerunischen Plantage anhielten.

 

Am Abend sind wir dann in unserem Hotel in Limbe (einer Stadt am Meer angekommen), wo wir geschlafen haben und am nächsten Tag in den Atlantik mit einem schönen Strand gesprungen sind.

Donnerstag, 24.1.2013, der 10. Tag

Der Tag begann damit, dass wir früh aufstehen mussten, damit wir pünktlich um halb 8 Frühstücken konnten. Nachdem wir fertig gegessen hatten, gingen wir zurück zu unseren Hotelzimmern um uns dort umzuziehen. Schließlich wollten wir am Morgen noch im Meer schwimmen gehen. Fertig umgezogen, machten wir uns also auf den Weg zum Strand.

Wir badeten fast 2 Stunden im Meer und als wir wieder heraus kamen, kletterte einer der Hotelmitarbeiter auf eine Palme und pflückte uns ein paar Kokosnüsse, die wir dann essen bzw. trinken konnten. Nachdem wir uns einmal im Hotelzimmer abduschen konnten, ging es im Bus weiter. Auf dem Weg zurück nach Yaoundé machten wir einen Haltestopp bei den Lavaströmen, die 2001 noch aus flüssiger Lava bestanden, jetzt allerdings nur noch schwarzes Gestein waren. Gefühlte 10 Minuten später hielten wir erneut an, um in einen Laden zu gehen und ein paar Souvenirs einzukaufen. Nachdem wir auch das geschafft hatten, machten wir uns endlich mit dem Bus auf nach Yaoundé. Was wiederum hieß: sieben Stunden Autofahrt. Als wir in Yaoundé und am Collège Adventiste de Yaoundé ankamen, fuhren wir mit unseren Gastfamilien direkt nach Hause um dort zu schlafen.

 

Freitag 25.01.2013, der 11. Tag

Heute ist Freitag der 25.1 und das kamerunische Kulturprogramm und das Treffen mit dem Präfekten steht auf dem Programm. Wir fuhren wie gewohnt mit unseren kamerunischen Schülern um halb acht zur Schule. Dort angekommen, verschwanden die Kameruner in ihren Klassenräumen und wir Deutschen trafen uns in der Bibliothek der Schule. Dort fingen wir an zu reden, Karten zu spielen und die anderen in ihren kamerunischen traditionellen Gewändern zu begutachten.  Heute war der Kulturtag, das heißt wir lernten etwas über die Kultur Kameruns und bekamen dazu ein kamerunisches Gewand geschenkt. Um zehn sind wir alle zusammen raus gegangen und haben uns unter einem extra für uns aufgestellten Pavillon mit Stühlen gesetzt. Die ganze Schule war versammelt.

Bevor es losging, mussten wir noch auf den Präfekten warten, der sich das  Schauspiel auch angucken wollte. Ein Präfekt ist ein etwas höheres Amt als der Bürgermeister, also ein sehr wichtiger Mann. Mit etwas Verspätung fing dann schließlich die Show an.

 

Am Anfang hielten der Schulleiter, eine Frau von der Botschaft und ein Abgesandter vom Präfekten eine Rede. Dann sang der Chor die Nationalhymnen Deutschlands und Kameruns und "I believe I can fly". Der Chor war wirklich gut!  Anschließend tanzten ein paar Tänzer der Schule, traditionelle Tänze der verschiedenen Regionen Kameruns und sie spielten ein Theaterstück über die Hochzeit einer kamerunischen Königstochter vor. Das war sehr interessant.

 

Nach der ganzen Show sind wir und die kamerunischen Schüler zu einem Restaurant gegangen und haben dort typisch kamerunische Gerichte gegessen. Danach sind wir alle in unsere Gastfamilien gefahren um uns frisch für den Präfekten zu machen. Um sechs Uhr sind wir dann mit unseren Gastschülern zum Präfekten gefahren. Dort waren viele Sessel und Sofas und alle haben sich hingesetzt und geredet. Es war ziemlich lustig. Nach einiger Zeit kam der Präfekt. Wir sind alle aufgestanden und haben ihn begrüßt. Dann wurde gebetet und das Buffet wurde eröffnet. Es gab Brot, Kartoffeln, Reis, Kochbananen, Rinderspieße, Fisch und Hühnchen. Nach dem alle gegessen hatten, wurden dem Präfekten Geschenke gegeben. Unsere Schule hat ihm einen Kalender, eine CD, ein Buch und ein Wappen von Diepholz geschenkt. Danach sind wir alle wieder mit dem Bus zur Schule und von dort aus in die Gastfamilien gefahren                        

 

 

Sonntag, 27.01.2013, der 13. Tag

Heute haben wir uns um 11 Uhr in der Schule getroffen, weil wir zum kamerunischen Fernsehen

gefahren sind, um in einer Talkshow aufzutreten. Alle kamen zur kamerunischen Zeit, d.h.

manche waren bereits um elf da, andere um halb zwölf und  manche auch erst um zwölf.

Als endlich alle da waren, sind wir wie immer mit unserem Bus losgefahren.

 

 Im Fernsehstudio haben wir mal wieder gewartet und als es dann anfing erst einmal zugeguckt.

Vor uns war eine Playbacksängerin und ein Interview.

Danach sollten wir uns alle um das große Sofa stellen und es wurden Interviews von uns, die bereits am Kulturtag aufgenommen wurden, gezeigt.

Außerdem hat sich der Moderator noch etwas mit

Frau grote Lambers und einem Lehrer des Collège Adventiste unterhalten.

 

 

 

Zu Hause angekommen waren die meisten damit beschäftigt schon mal ihren Koffer zu packen.

Um 16 Uhr war dann bereits wieder Treffen in der Schule, wo der Abschiedsabend stattfand.

Wir haben gebetet, es wurden Reden gehalten und viele Gastgeschenke an uns Schüler sowie an Frau grote Lambers und Frau Barho übergeben. Außerdem haben wir unser Weihnachtsfest vorgestellt und der ganze Raum wurde mit Teelichtern, Lametta, Kunstschnee usw. geschmückt.

Mit den Weihnachtsmützen auf dem Kopf sangen wir Weihnachtslieder. Die Kameruner haben mit großer Begeisterung mitgesungen und mit noch größerer Begeisterung dann das Buffet, bestehend aus z.B. Lebkuchen, Spekulatius, Schokolade,..., gestürmt. Natürlich hatten wir auch einen Weihnachtsmann, der  viele schöne Geschenke mitbrachte.

Adina und Rebekka haben einen Film vorbereitet, mit dem Titel: “Was ist typisch deutsch?“


Gegen Abend sind alle nach Hause gefahren und haben ihren letzten Abend in Kamerun genossen.

Montag, 28.01.2013, der 14. Tag

Unser heutiger Tag bestand mal wieder nur aus warten.

Wie jeden Morgen saßen wir in der Bibliothek und vertrieben uns die Zeit mit Tagebuch oder Postkarten  schreiben, kniffeln, quatschen oder UNO spielen. Gegen Mittag wurde dann jeder abgeholt.

Jeder verbrachte seinen letzten Nachmittag in seiner Familie.

 

Um 17.30 war dann treffen an der Schule damit auch wirklich jeder nach Hause kam, außerdem hätten wir drei Tage warten müssen, wenn wir den Flug nicht bekommen hätten.

Vorher waren wir noch bei dem Onkel von Nadège, er soll der zweitwichtigste Mann Kameruns sein. Bei ihm haben wir noch etwas gegessen und getrunken. Die Villa war im Gegensatz zu den Häusern unserer Familien wirklich sehr luxuriös! Leider war es sehr stressig, da wir dringend zum Flughafen mussten.

Nach einem tränenreichem Abschied und vielen nervigen Sicherheitskontrollen saßen wir dann endlich im Flugzeug. Es ging nach Hause. Im Flugzeug haben die meisten geschlafen oder einen Film gesehen. Alle haben das Essen genossen.

Dank der 20 minütigen Verspätung von Air France am Pariser Flughafen haben wir den Anschlussflug verpasst und durften sechs Stunden auf dem Flughafen rumgammeln. Dabei haben sich alle schon so auf zu Hause gefreut. Die Entschädigung war lächerlich. Da wir das Warten schon gewohnt waren, haben wir uns die Zeit gut vertreiben können.

Dann endlich zu Hause angekommen, hatten Gott sei Dank alle ihre Koffer und konnten endlich zurück in ihre wirklichen Familien. Jeder war froh seine Eltern wieder in die Arme nehmen zu können.

 

(Den schönen Schnee haben wir leider verpasst.)