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21.10.2017 : 1:17 : +0200

01.12.2012 - "Badabadu-badudatt!"

Foto: Husmann - Akribisch erarbeiten die Sänger der Big Band gemeinsam mit Profi-Musiker Dodo Leo (mit Gitarre) ihren Teil des Arrangements.

Syke - Von Frank Jaursch SYKE · In der Musik ist es wie in der Schule: Mitunter kommt es auf jede einzelne Note an. Wie das in der Praxis aussieht, wenn echte Experten ans Werk gehen, gab es jetzt im Gymnasium zu sehen. Die Schul-Bigband hatte zwei Dozenten von der Landesarbeitsgruppe (LAG) Jazz aus Hannover zu Gast und verlebte einen arbeitsreichen, aber spannenden Tag zusammen.

Wenn Kurt Klose nach Syke kommt, weiß er schon, was ihn erwartet: "Die Syker haben eine unglaubliche Frische", lobt der Komponist und Arrangeur, der als Experte im Bereich Bigbands gilt, die Syker Gruppe. "Sie spielen nicht so verknöchert, nicht so beamtenmäßig."

An diesem Tag ist Klose gemeinsam mit dem Sänger Dodo Leo in Syke, um zwei Stücke zu erarbeiten: Michael Bublés Shuffle-Stück "Just Haven't Met You Yet" und George Gershwins "Summertime" als Funk-Ballade.

Und weil es nicht so einfach ist, eine 36-köpfige Bigband "unter einen Hut" zu kriegen, beginnt man erst mal mit drei "Hüten": Leo schnappt sich die Sänger-Gruppe, Klose die Rhythmusgruppe. Die Bläser schließlich sind bei Bigbandleiterin Jutta Röscher in den besten Händen.

In den kleineren Gruppen erarbeiten die Jugendlichen die Grundlagen der beiden Stücke, gehen einzelne Takte an, feilen akribisch an Tonfolgen, an Spieltechnik, am Arrangement. Schon mehrmals waren Klose und Leo als Dozenten am Gymnasium, längst haben sich die Schüler auf den Lehr-Stil eingestellt. Es geht voran.

Nach dreieinhalb Stunden treffen sich die Gruppen wieder im Kulturforum. "Machen wir es mal gemeinsam", schlägt Klose vor. Das erste gemeinsame Spiel klingt noch nicht so, wie sich die Dozenten das vorgestellt haben. Die Rhythmusgruppe ist ihnen zu laut, die Trompeten sind "doch ein bisschen leise". Es gibt viel zu tun. Hier sollen die Posaunen die Töne "sanfter zusammenfügen, damit es eine schöne, elegante Linie wird" - und dort soll der letzte Ton kürzer, knackiger erklingen.

Jetzt ist Klose in seinem Element. Turnschuhe, Jeans, graue Fleecejacke, die Ärmel hochgeschoben, eine Hand in der Tasche, hört er zu, unterbricht, singt vor, spielt vor, irgendwo zwischen Fred Feuerstein und Jodeldiplom: "Badabadu-badudatt!"

Die Jugendlichen - alle Jahrgänge von 6 bis 12 sind vertreten - hören konzentriert zu, nehmen jeden Hinweis aufmerksam auf. Eine erstaunliche Leistung, findet Jutta Röscher. "Denen steckt immerhin schon ein ganzer Schultag in den Knochen." Die Motivation und die Freude schlägt sich im Ergebnis nieder: Immer harmonischer wird das Zusammenspiel, immer sicherer agieren die Musiker.

Am Ende der gemeinsamen Session werden die erschöpften, aber hochzufriedenen Schüler volle zwölf Stunden auf dem Schulgelände verbracht haben. Und zwei fast aufführungsfertige Stücke vorweisen. Zwei weitere Schritte hin zum großen Ziel: Ende Mai steht das dreitägige Jazzfest in Stadthagen auf dem Programm, zu dem auch die Syker eingeladen wurden. Bis dahin soll ein komplettes Konzert-Set "stehen".

Bis dahin wird geübt, allein daheim und zwei Stunden pro Woche gemeinsam. Anfang Januar geht es für Jutta Röscher und die Bigbandmitglieder zu einer mehrtägigen Probenfahrt nach Verden. Sie bekommen zu diesem Anlass hochkarätige Dozenten von der LAG Jazz: Dodo Leo und Kurt Klose.