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12.12.2017 : 18:44 : +0100

"Let me entertain you"

Zwei Big Bands und ein Chor begeistern mit Konzert im Syker Theater

Von Angelika Kratz

SYKE - "Wann geht das Licht an?", hallte eine Kinderstimme durch das Theater.
Ungewöhnlich lange war es dort stockdunkel, aber das kleine Mädchen löste wie von Zauberhand die Schnur zum Vorhang und damit für ein Konzert mit der Big Band des Gymnasiums und der Big Band Labiba aus Hannover.
"Let me entertain you", bat die Syker Big Band unter Leiterin Jutta Röscher mit einiger Verzögerung und erntete dafür im sehr gut besetzten Forum entsprechende Vorschusslorbeeren. Die waren nicht unberechtigt, denn mit der Big Band und einem Chor aus sieben Sängerinnen plus einem Sänger ging musikalisch die Post ab.
Als bunt zusammen gemischten Haufen bezeichneten die beiden Moderatoren Daria und Thore Chor und Big Band. Von den fünften bis zu den Abiturklassen sind darin seit der Gründung 1988 viele Nachwuchstalente vertreten.
Vor fünf Jahren nahm das Orchester an einem Wettbewerb in Bersenbrück teil. Das Engagement lohnte sich. Es gab eine Dozentenstelle. Die nimmt Kurt Klose von Labiba bereits im fünften Jahr ein und übt regelmäßig mit dem Syker Nachwuchs. "Das macht Spaß", schwärmt Daria, die dank eines Auslandsaufenthalts noch ein Jahr länger bei der Big Band dabei sein darf.
Karibisches Feeling versprach das Wetter am Mittwochabend bis ins Theater hinein. Die Verbindungen zu "Car wash" oder "What a feeling" fielen da nicht schwer, und die Gedanken an Sweet Lucy, die von Klose eigens für die Syker Band maßgeschneidert wurde, erwärmte nochmals die Fangemeinde.
Die Goldenen Zwanziger fehlten mit "Tuxedo Junction" im Repertoire mit vielen Soli nicht und gaben mit dem weiteren Bogen zum "Son of a Preacher Man" einen respektablen Einblick in musikalische und gesangliche Arbeit.
Der Chor gehört seit Anfang an mit dazu. Solistisch hatten alle Sängerinnen und Thore als einziger Sänger ihre einfach cool gelungenen Auftritte. Besonders beeindruckte als Newcome-rin die zwölfjährige Joy mit ihrer Interpretation einer "Proud Lady".
In der Pause machte der Schulchor mit einem nicht zu überhörbaren "Barbara-Ann" in der Halle auf sich aufmerksam. Röscher inszenierte als Überraschungspunkt die Vorstellung eines weiterhin hörbaren Klangkörpers ihrer Schule.
"Jetzt ist Sommer" mochte man da im zweiten Programmteil der Big Band Labiba mit ihrem lateinamerikanischen Feuer nur gerne abnehmen. Die Profis zeigten unter Leitung eines überall auf der Bühne aktiven Chefs, wohin die Musik-Leidenschaft führt. Das machte bewegungsaktiv und kühlte die Temperaturen gewiss nicht ab.

Kreiszeitung 26.05.2012

Karibische Klänge heizen gut ein

Beim Big-Band-Abend im Syker Theater begeistern die Schüler mit ihrer Band und Labiba aus Hannover

VON DAGMAR VOSS

Syke. Es war ein Big-Band-Abend mit heißen Rhythmen, der sich am Mittwochabend im Syker Theater ereignete: Die Big Band des Gymnasiums und Labiba - ebenfalls Big Band mit dem Schwerpunkt auf lateinamerikanischer Musik - aus Hannover spielten auf, Allerdings hätten die Musiker ihre Klänge eigentlich gar nicht so sehr verstärken müssen, denn bei den derzeitigen Außentemperaturen war es dem Publikum ohnehin warm genug und die Stimmung sehr gut, Die Luft im Forum allerdings war am Ende zum Schneiden,
Sie wollten ihre Zuhörer unterhalten und bekräftigten das mit ihrem Auftakt: "Let me entertain you", dem bekannten Titel von Robbie Williams, Die 40-köpfige Big Band unter der Leitung von Jutta Röscher gestaltete den ersten Teil des Abends mit einem guten Dutzend Bläsern, Schlagzeug und Trommeln, Gitarren und E-Piano. Dazu kam eine zehnstimmige Sängertruppe, von denen fast jeder auch mit einem Solosong hervortrat. Von Fünftklässlern bis zu Abiturienten war in der Band jede Altersklasse vertreten.
Maßgeschneiderte Stücke wie "Sweet Lucy", das extra für die Gymnasiums-Formation arrangiert worden war, erfreuten das Publikum. Begeisterten Applaus gab es für die jüngste Sängerin, die zwölfjährige Joy, und ihr Lied "Proud Mary". Temperament und Sangesfreude konnte ihr, ebenso wie den anderen Sängern, durchaus bescheinigt werden und wurde belohnt durch langanhaltendes Mitklatschen.
Die Big Band wurde 1988 gegründet und befindet sich seitdem unter der Leitung der Musiklehrerin Jutta Röscher. Sie hatte schon im Studium in einer Big Band mitgewirkt und kam so auf die Idee, am Gymnasium den Schülern die gleiche Möglichkeit zu bieten. Zu Beginn bestand die Band lediglich aus Blockflöten und einem Akkordeon, sie spielten ausschließlich instrumentale Jazzstücke.
Mit der Zeit erweckte die Arbeitsgemeinschaft größeres Interesse in der Schülerschaft, sodass der Zulauf größer wurde und sich ein breiteres Spektrum an Instrumenten entwickelte. Heute werden hauptsächlich Musikstücke aus den Genres Rock, Jazz und Rhythm and Blues gespielt.
Dazu wird eine breit gefächerte Palette an Musikinstrumenten und natürlich auch Sängern benötigt.
Nach diesem gesanglichen Aufwärmen, für das sich dann Kurt Klose, der Leiter von Labiba, mehrdeutig bedankte, gab es karibische Klänge. "Bis zum Abwinken", gab Klose selbst zu. Dem Leiter der Band seit 1998 liegen gerade lateinamerikanische Rhythmen am Herzen. Samba- und Salsastücke bilden das Fundament des Labiba-Repertoires.
Zusätzliche Attraktivität erhält die 25-köpfige Big Band durch ihre zwei Sängerinnen und ihrem Sänger. Solo- und Satzgesang sowie die einmalige Interpretationsbandbreite der Stücke durch die sehr unterschiedlichen Stimm-Charaktere zeichnen den Gesangssatz aus. "Wir sind eine der wenigen Big Bands Deutschlands, die es versteht, südamerikanische Spielfreude mit anspruchsvollen Stücken zu verbinden", fand Klose.
Beim Niedersächsischen Orchesterwettbewerb 2003 wurde Labiba zum besten Jazzorchester des Landes gekürt. Im darauf folgenden Jahr belegte die Big Band im Vergleich mit den Gewinnerbands aus den anderen Bundesländern einen guten dritten Platz.
Letztlich fehlten für den authentischen Klang nur noch die in der Karibik so beliebten Steeldrums, Trommeln, die ursprünglich aus alten Ölfässern hergestellt wurden. Für das passende karibische Gefühl sorgten auf alle Fälle die Temperaturen.

Syker Kurier 25.5.2012