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17.12.2018 : 0:00 : +0100

Debattierclub

"Können wir das Thema nicht noch länger diskutieren? - Jetzt gerade ist es besonders interessant." So lautete häufiger die Frage mancher Schüler/innen. Doch aufgrund der Fülle der bis zum Abitur zu leistenden Aufgaben konnte dieser Wunsch im Unterricht nicht immer erfüllt werden. Stattdessen entwickelten die Schülerinnen und Schüler des ersten Philosophie- Leistungskurses (Abitur 2010) und ihre Lehrerin Dr. Ute Jahnke die Idee, einen Debattierclub zu gründen.

Selbstverständlich müssen im Philosophie-Unterricht ethische Fragen thematisiert werden. Natürlich beschäftigen wir uns mit philosophischen Theorien von Aristoteles bis Immanuel Kant, von Bentham bis Hans Jonas. Diese Theorien sollten nun aber mit  aktuellen Problemstellungen konfrontiert  und ihre Relevanz überprüft werden. Themenbereiche , die in den Medien kontrovers oder affirmativ Darstellung finden, sollten aufgegriffen werden: Abtreibung, Sterbehilfe, Folter, Gentechnologie, „Ehrenmorde“ und andere mehr. Die Idee zum Debattierclub, die dann auch realisiert wurde, war: Wir diskutieren in der Schule, können aber zumindest in gewisser Weise die Rollen von Lernenden und Lehrenden anders erfahren. Durch diesen Ansatz ergaben sich beim Debattierclub spannende und anregende Diskussionen, die sogar - wie berichtet wurde - am häuslichen Esstisch weitergeführt wurden.

Eine Situation sollte geschaffen werden, die außerhalb des Unterrichts eine größere Schulöffentlichkeit und auch Gäste ansprechen könnte. Der Debattierclub findet am Abend statt, wobei Lehrer, Eltern und ältere Schüler über persönliche Ansprache und Plakate eingeladen  werden. Auch die Räumlichkeit wird freundlich mit Blumen geschmückt, Getränke und Knabberzeug bereitgestellt.

Formal beginnen die Debattierabende mit einer Rede zu ausgewählten Themen ( wie z.B.  Gentechnologie und Folter), die von Schülern oder Schülergruppen gehalten wird. Danach eröffnet sich die Diskussion, zu der auch Experten eingeladen wurden und werden, so z.B. der damalige Bundestagsabgeordnete des Landkreises oder ein Mitarbeiter von amnesty international. Die Debattierabende dauern maximal zwei Stunden, die aber  nicht in einem inhaltlichen Konsens enden müssen. Zentral ist, dass das Zuhören, Aufeinandereingehen und Tolerieren anderer Meinungen bei der Auseinandersetzung beachtet werden. Ein Moderatorenteam aus Schülern, die sich auch auf die Thematik vorbereitet haben, leitet den Ablauf und fördert die Vielschichtigkeit der Aspekte.

Das Ziel des Debattierclubs ist, eine schulische Gesprächskultur über aktuelle Themen mitzuentwickeln. Offensichtlich ist dabei, dass nicht jede/r der Teilnehmer zu jedem Thema gleich kompetent sein kann, dass es aber notwendig ist, zumindest vorläufig eigene Positionen zu schwierigen Themen zu entwickeln, um in einer zunehmend komplexen Gesellschaft ein mündiger Teilhaber sein zu können. Die Frage der Verantwortung des Einzelnen in einer sich rasant verändernden Welt mit unglaublichen Möglichkeiten der Zerstörung wie auch der Chancen zum Guten  ist dem Philosophie- Leistungskurs also wichtig und jeder kann sich in das Gespräch einbringen.

Die Debattierabende führen nun Menschen verschiedenen Alters und unterschiedlicher Fach- und Berufsgruppen zusammen und machen einen Aspekt zur lebendigen Schulkultur aus. In jedem Fall aber sollen die Diskussionen Vergnügen bereiten und neue gedankliche Perspektiven initiieren.

Weitere Philosophie-Leistungskurse wollen die Debattierclub-Abende fortführen. 

- Jk -