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23.9.2018 : 17:05 : +0200

Unser Austausch mit Nizhnij Novgorod (17.10. - 27.10.2010)

Am 17.10.2010 um 6:00 Uhr morgens war es endlich soweit. Wir fuhren mit dem Bus los zum Hamburger Flughafen. Nach ca.3 Stunden Flug und einer kurzen Zwischenlandung in Berlin landeten wir wohlbehalten auf russischem Boden. Nachdem wir unsere Koffer geholt hatten, fuhren wir mit einem Bus zu unserem kleinen Hostel. Am Abend gingen wir von dort aus zum Arbat, einer langen alten Einkaufsstraße in Moskau, wo wir dann bei McDonalds russische Hamburger probierten. Sie waren sehr gut und vor allen Dingen preisgünstig. Zurück im Hostel waren einige so müde, dass sie sich sofort ins Bett legten, während andere sich noch ein bisschen über die neuen Eindrücke austauschten.

Am nächsten Morgen stieg die Spannung und Aufregung immer mehr, denn noch an diesem Abend würden wir schon bei unseren Gastgebern in Nizhni Novgorod sein. Nach dem Frühstück, das sehr spärlich ausfiel, verließen wir das Hostel und machten mit dem Bus eine kleine Stadtrundfahrt. Wir sahen die Lomonossow Universität, das Neujungfauenkloster und wir fuhren zu einer Aussichtsplattform, von der aus man ganz Moskau sehen kann. Nach der Stadtrundfahrt fuhren wir zum Roten Platz, dort stehen die Basilius Kathedrale, das Lenin Mausoleum und das Warenhaus GUM. Von dort gingen wir zum ewigen Feuer und konnten eine Wachablösung beobachten. Nachdem diese erfolgt war, gingen wir zum Kreml. Doch bevor wir diesen betreten durften, wurden wir kontrolliert, was uns allen wieder stark zeigte, wie sehr in Russland auf Sicherheit geachtet wird. Doch es gab keine Probleme und so durften wir den Kreml betreten. Im Kreml besichtigten wir einige Kathedralen. Danach teilten wir uns in Gruppen auf und durften selbst entscheiden, was wir tun wollten. Die meisten nutzten die Zeit um etwas zu essen, sich eine Kleinigkeit zu kaufen oder um das GUM zu besuchen. Nachdem wir uns wieder getroffen hatten, gingen wir zurück zum Bus, welcher uns zum Bahnhof brachte und von dem aus wir endlich unser eigentliches Ziel erreichten: Nizhnij Novgorod....

Unsere Gastfamilien warteten schon mit unseren Namensschildern auf dem Bahnsteig und schnell waren wir verteilt und fuhren los.

Am nächsten Morgen wurden wir im Gimnasija No1 begrüßt und erhielten das Programm.

Ellen Freigang und Rebecca Lahmeyer

Besuch im Internat für taubstumme Kinder (20.10.2010)

Am vierten Tag unserer Reise besuchten wir ein Internat für taubstumme Kinder, die uns Teile des Theaterstücks "Piano" vorspielten. Ein Teil des Theaters handelte von einem Vogel, der krank war, seine Medizin jedoch nicht nehmen wollte. An sich hört sich das Theaterstück etwas langweilig an, aber das Zusammenspiel der Kinder war richtig gut! Was uns besonders an den Kindern begeisterte, war deren Lebensfreude, die sie durchgehend ausstrahlten und von der auch auf einen selbst viel überging. So mussten wir ständig lächeln, wenn wir die Kinder gesehen haben. Was wir außerdem unbedingt nennen müssen, ist ihr großes Talent, spontan zu schauspielern. Besonders als wir selbst an der Reihe waren zu improvisieren, haben wir gemerkt, wie bewundernswert diese Kinder sind. Während es für uns schwierig war, waren sie einfach einzigartig! Insgesamt hat der Besuch und die vielen Spiele, wie z.B. einen Teller auf der Hand zu balancieren oder einen Ball an einem Tuch in die Luft zu werfen und wieder aufzufangen, die wir neben dem Theaterstück mit ihnen spielten, sehr viel Spaß gemacht. Zwar hören sich die Spiele sehr leicht an, dabei sind sie echt kompliziert. Ebenfalls interessant war es, sich ein Zeichen für seinen Namen zu überlegen und sich alle anderen Zeichen zu merken, um miteinander zu kommunizieren.

Manou Schweers und Jule Vogel

Bericht von der Exkursion zu einer Zuckerwarenfabrik 

Am Donnerstag den 21.10. machten wir uns mit dem Bus auf den Weg zu einer Zuckerwarenfabrik. Auch unsere russischen Austauschschüler begleiteten uns. 
Der Bus schlängelte sich durch den üblichen Stadtverkehr Nizhnijs. Angekommen wurden wir in einen Sitzungsraum geführt. Dort konnte man große, verzierte Zuckerfiguren bewundern. 
Unsere russische Fabrikführerin erzählte etwas über diese Fabrik. Nebenbei übersetzte ein junger Mann. Ein Film wurde gezeigt, allerdings auf Russisch. 
Danach sollte es dann mit der Führung losgehen. Vorher mussten wir uns in einen weißen Kittel werfen, Überschuhe anziehen und die Haare unter, aus einer Krankenhaus bekannten, Mütze bedecken. Die Kameras liefen heiß. 
Zuerst ging es in die Waffelproduktion. Eine wahnsinnige Hitze herrschte in den Arbeitshallen. Gleich an der ersten Produktionsmaschine konnten wir eine, noch warme Waffel probieren. Köstlich! So kann es weiter gehen, dachten wir uns. 
Und so war es auch. Wir sahen, wie eine andere Art von Waffel hergestellt werden. Auch diese duften wir probieren. 
Frisch gestärkt ging es dann in die Lagerhalle. Pakete über Pakete stapelten sich voll von Waffeln, Bonbons und Karamellsorten. Das Lager führte direkt zu der (Karamell-) Bonbonproduktion. Dort ging es auch schon hart an die Arbeit. Die Angestellten kneteten die zuckersüße Masse, die dann in die lauten Maschinen gegeben wurde, die letztendlich leckere rosa Bonbons mit einer Füllung hinterließen. Anschließend wurden wir zu der Abteilung geführt, wo handgemachte Zuckerprodukte so geformt wurden, dass das fertige Produkt eine schön verzierte Eule oder eine Rose war. Es war bewundernswert zu sehen, wie interessant die zuckersüßen Objekte geformt und gemacht wurden. Leider hatte so eine Figur auch ihren Preis.  Nach all dem Bewundern und Staunen hat man uns die Abteilung gezeigt, in der Schoko-Karamell Bonbons hergestellt wurden. Dort waren viele eminente Töpfe, in denen die Bonbons zubereitet wurden. Unserer Meinung nach waren diese aber nicht verlockend. Zum Schluss durften wir noch in der Kantine die kulinarischen Süßwaren genießen und als krönenden Abschluss auch noch was umsonst mitnehmen. Unserer Meinung nach ein süßer Tag !

Jan Möhlmann und Ole Landsberg

Ausflug nach Semjonow (22.10.2010)

Heute sind wir mit dem Bus nach Semjonow gefahren, um eine Matrjoschka-Fabrik zu besichtigen. Einige der russischen Schüler sind ebenfalls mitgefahren, weil noch ein paar Plätze im Bus frei waren. Semjonow selbst ist eine kleine Stadt mit sehr vielen alten Holzhäusern und teilweise unbefestigten Straßen. Alles in allem ein ziemlicher Unterschied zum riesigen Nizhnij. Auf dem Gelände der Fabrik haben wir eine kurze Führung inklusive deutschen Übersetzer bekommen und anschließend das Hauptgebäude besichtigt. Matrjoschkas sind kleine Puppen, in denen man, wenn man sie öffnet, immer noch eine kleinere Puppe findet, die genauso angemalt ist wie die große. Das heißt, dass sich in einer großen Matroschka noch gut acht weitere Puppen befinden können. Diese Puppen werden komplett handgefertigt und vor allem das Anmalen ist, wie wir später selbst festgestellt haben, nicht ganz einfach. Die Malerinnen können unheimlich schnell und fein malen, die Puppen sehen am Ende alle wirklich gleich aus wie wir ziemlich erstaunt feststellen mussten. Zusätzlich zu den Matrjoschkas wird in der Fabrik Geschirr hergestellt und bunt angemalt in den traditionellen Farben: rot, schwarz und gold.

Am Ende der Führung durften wir auch alle selbst eine Matrjoschka anmalen. Die Umrisse der Kleidung und des Gesichtes waren bereits vorgegeben, aber die Farben durften wir selbst wählen. Das Schwierige war der typische Blumenstrauß, bei dem sich einige dann doch von den Profis helfen ließen.Die Ergebnisse sind alle sehr verschieden geworden, manche sahen den "Meistermatrjoschkas" tatsächlich ziemlich ähnlich , doch auch Exemplare mit untypischen braunen Haaren oder einem "I love Nizhnij" Aufdruck anstatt der Blumen ließen sich durchaus sehen.

Insgesamt war es ein sehr gelungener Ausflug. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich die Fabrik einmal anzuschauen. In einem kleinen Laden kann man dann auch typische russische Souvenirs kaufen, von denen man nach der Fabrikbesichtigung dann auch weiß, wie sie hergestellt werden.

Kristin Neufeld und Marilis Fricke

Samstag, 23.10.10: Planetarium

Nachdem wir von den Familien um 9:00 Uhr am Nizhni Novgoroder Planetarium abgeliefert wurden und uns der Planetariums-Leiter freundlich empfangen hatte, konnte der Rundgang beginnen. Als Einführung wurde uns in einem Vorführraum eine Bilderschau gezeigt, die Eindrücke aus dem Planetarium und die weitere Route wiedergab. Dabei wurde wieder von unserem altbewährten Dolmetscher übersetzt. Für ein Mikrofon zum besseren Verständnis war ebenfalls gesorgt. Nach dieser Einleitung wurden wir in einen Ausstellungsraum geführt, in dem uns eine kleine Geschichte der russischen Kosmonauten anhand eines Films gezeigt wurde. Daraufhin durften sich einige Schüler in einer originalen Raumkapsel wie echte Kosmonauten fühlen. Erst dann kamen wir nacheinander zu zwei Sälen, in denen wir virtuelle Sterne beobachten konnten. Dazu wurden einige Fakten von dem Personal erläutert. Speziell im ersten Raum wurde Wissen über unsere Sterne vermittelt. Der zweite Raum war zwar beeindruckender, jedoch vermutlich auf Vorschau und Werbung ausgelegt. Der Saal war wie ein riesiges Kino aufgebaut, nur gab es keine schlichte Leinwand, sondern eine riesige Kuppel, die mit mehreren Beamern bestrahlt wurde, was einen 3D-Effekt erzeugte. Nach dieser letzten imposanten Erfahrung war die Führung beendet und wir wurden in das schöne Wochenende entlassen.

Florian Garbade und Cedric Henzler

Unser Besuch in der Glasspielzeugfabrik

Am Montag den 25.10. machten wir uns um 10:00 Uhr auf den Weg in die Fabrik der Glasspielzeuge. Um jedoch dorthin zu gelangen mussten wir erstmal wieder mit dem Bus fahren. Als wir dann endlich ankamen; die große Überraschung: Die Fabrik für Glasspielzeuge hatte sich in eine Fabrik für Weihnachtskugeln verwandelt!

In der Eingangshalle wurden wir von einem riesigen Weihnachtsbaum empfangen und weiter in einen Raum mit ganz vielen bunten Weihnachtskugeln geleitet.

Dort wurde uns dann etwas über die Geschichte der Fabrik erzählt und danach begann die Führung.

Als Erstes kamen wir in einen Raum, in dem drei Frauen mit Hilfe eines Gasbrenners lange Glasstäbe in eine runde Form brachten. Das war sehr beeindruckend und so filmten und fotografierten viele die Arbeit der Frauen.

In den nächsten Räumen sahen wir dann Frauen, die die Kugeln bemalt haben. Das war sehr interessant, da jede Frau ein anderes Motiv auf die Kugeln gemalt hat und auch ein paar sehr kitschige, wie rosa Kätzchen, dabei waren.

Als letzte Station haben wir dann noch eine Kugel selber bemalt, was bei vielen zur Verzweiflung führte, aber auch zu großem Gelächter. Eine Kugel sah komischer aus als die Andere und wir hatten sehr viel Spaß!!!

Zum Schluss haben sich dann noch ein paar Schüler eine hübsch bemalte Weihnachtskugel gekauft, die doch wesentlich besser aussahen als unsere selbst gemachten Exemplare.Alles in allem war es jedoch ein netter Ausflug mit viel Spaß.

Annika Oetjens und Jule Meyer

Schlussgedanken

Wir hatten in den 10 Tagen viel Spaß. Nicht nur interessante Ausflüge standen auf dem Programm, sondern auch Unterrichtsbesuche, um den russischen Schulalltag zu erfahren. Das Zentrum Nizhnijs erkundeten wir mit einer Stadtführerin zu Fuß. Am letzten Vormittag zeigten wir in der Schule ein kleines Kulturprogramm, für das wir 2 Probentage vor Ort hatten. Wir spielten das Märchen Schneewittchen, Jan begeisterte mit 2 Musikstücken auf dem Klavier, Jule sang ein englisches Lied und einige sagten russische Gedichte auf. Unsere Gastgeber führten als Überraschung für uns auch Tänze und Akrobatik vor.

Marco Strodt

Die Gastfreundschaft in Russland war sehr, sehr gut! Die Familien haben sich sehr viel Mühe gegeben, uns den Aufenthalt dort so schön wie möglich zu gestalten. Es wurde einem viel Essen und Tee angeboten. Jeder in der Familie war offen und herzlich und ist mit offenen Armen auf uns zu gekommen. Man fühlte sich Willkommen und auch in der Familie sehr geborgen. Die Aktivitäten mit der Familie haben uns sehr viel Spaß gemacht. Auch das einfache Spazieren gehen in der Stadt war etwas Besonderes ebenso wie die vielen Stunden, in denen man einfach nur gemeinsam gelacht hat. Insgesamt war der Austausch eine tolle Erfahrung und wir sind sehr froh, dass wir daran teilgenommen haben.

Möglich geworden ist der Austausch auch durch die Unterstützung der Deutsch-Russischen Stiftung in Hamburg, die die Fahrtkosten bezuschusst,was in diesem Jahr besonders wichtig war, denn die Preise sind sehr angestiegen.

Kira Borggreve und Katharina Ko

(Auch im Namen der Klassen 9p1 und 9p2)