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18.6.2018 : 4:15 : +0200

 


Flaschengarten-Projekt im Bio-LK von Frau Babel

Um sich die Vorgänge in einem komplexen Ökosystem verständlich zu machen, eignet sich ein Versuchsmodell, das die Prozesse und Kreisläufe eines solchen im Kleinen widerspiegelt.

Flaschengärten simulieren ein abgeschlossenes Ökosystem, welches nur von den abiotischen Faktoren Temperatur und Licht beeinflusst wird. Der Flaschengarten sollte nach dem Anlegen also möglichst nicht mehr verändert werden, denn als selbstständiges Ökosystem soll der Flaschengarten ohne jegliches Eingreifen gedeihen.

Wenn man ihn richtig anlegt und das Gefäß an einen Standort mit günstigen Licht- und Temperaturverhältnissen positioniert, kann er bis zu drei Jahre ohne Gießen oder sonstige Pflege auskommen.

Und so legt man einen Flaschengarten richtig an:

Als Gefäß eignet sich am besten ein rundes Einmachglas oder eine bauchige Vase.

Zunächst wird der Boden für die Drainage mit grobem Kies bedeckt und anschließend mit Waldboden oder Blumenerde als Substrat gefüllt.

Nun werden die Pflanzen eingesetzt; am besten wählt man langsam wachsende und unempfindliche Pflanzen wie Moose, Farne oder Efeu.

Zuletzt wird der Flaschengarten gut angegossen und mit einer Folie luftdicht verschlossen.

Der richtige Standort ist mitentscheidend für einen gedeihenden Flaschengarten. So sollte das Gefäß hell stehen, direkte und starke Sonneneinstrahlung aber vermieden werden. Die Licht- und Temperaturverhältnisse müssen außerdem auf die gewählte Flora abgestimmt werden.

Wie sich der Flaschengarten selbst reguliert

Pflanzen betreiben Photosynthese. Hierfür benötigen sie Kohlenstoffdioxid, Wasser und Sonnenlicht.

Das Wasser beziehen die Pflanzen mit ihren Wurzeln aus dem Boden. Der Wasserkreislauf, der auch im Ökosystem der Erde eine wichtige Rolle spielt, sorgt dafür, dass der Boden stets genug Feuchtigkeit enthält.

Die Pflanzen transpirieren im Laufe der Photosynthese Wasser, das sich an der Glaswand niederschlägt, in den Erdboden zurückfließt und somit den Pflanzen wieder zur Verfügung steht.

Am Tage, wenn Sonnenlicht auf die Pflanzen trifft, produzieren sie durch die Lichtenergie der Sonne neue Biomasse. Hierbei wandeln sie die Stoffe Kohlenstoffdioxid und Wasser in Glukose um:

6 CO2 + 6 H2O ==> C6H12O6 + 6 O2

Wie aus der Gleichung hervorgeht, entsteht bei der Photosynthese auch Sauerstoff. Es können also auch kleinere, wirbellose Lebewesen wie Asseln oder Hundertfüßler in den Flaschengarten eingesetzt werden.

Ein umgekehrter Prozess, die Zellatmung, wandelt Glukose unter Sauerstoffverbrauch in Kohlenstoffdioxid um, welches den Pflanzen dann wiederum für die Photosynthese bereitsteht.

C6H12O6 + 6 O2 ==> 6 CO2 + 6 H2O

Dieser Vorgang ist für die Pflanzen als Energiequelle zur Aufrechterhaltung ihrer Lebensprozesse von großer Bedeutung.

Weiteres Kohlenstoffdioxid wird von Mikroorganismen bereitgestellt, die den Überschuss an Sauerstoff verbrauchen und in Kohlenstoffdioxid umwandeln.

Auch die für das Pflanzenwachstum wichtigen Mineralstoffe, die die Pflanzen über die Wurzeln aus dem Boden aufnehmen, werden über einen Kreislauf wieder in diesen zurückgeführt. So wird abgestorbenes Pflanzenmaterial von Mikroorganismen über mehrere Zwischenstufen in Mineralstoffe umgewandelt, die den Pflanzen dann wieder zur Verfügung stehen.

Ein Ökosystem setzt sich also aus vielen Stoffkreisläufen zusammen, die das Leben von Pflanzen und Tieren bestimmen und sogar erst ermöglichen.

Text: Katharina Warneke / Fotos: Julia Telis, Nils Eickhoff