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17.11.2018 : 6:12 : +0100

Jakes Frauen (2010) - "Dramatische Gratwanderung"

Theater-AG des Gymnasiums spielt das Boulevardstück "Jakes Frauen" aus der Feder von Neil Simon


VON RENATE SCHÖRKEN

   Syke. Noch wirkt die Bühne wie ein gro­ßes dunkles Loch, in dem nur ein weißes Sofa die Blicke anzieht. Noch feilen die Darsteller an Körperhaltung und Bewe­gung und Ausdruck: Die Probenarbeit der Theater-AG im Syker Gymnasium läuft auf Hochtouren. Am 17. März hat "Jakes Frauen" Premiere.

     Noch muss viel Fantasie her, um sich die Situation in Jakes elegantem Hochhaus-Appartement vorzustellen. Mit all den Frauen, die sich im Kopf des sympathi­schen, aber ziemlich neurotischen Schrift­stellers eingerichtet haben, mit seinen Fan­tasien, Sehnsüchten und Ängsten. Szene für Szene nähern sich die sieben Darsteller den Vorstellungen von Regisseur Julio Ardila. Der erfahrene kolumbianische Thea­termacher schaltet sich immer wieder tem­peramentvoll ins Spiel ein, gibt Hilfe und Unterstützung in der verzwickten Hand­lung und den komplizierten Dialogen.

     Vor allem René Meyer, der den Jake gibt, muss umfangreiche Texte lernen. Seine wortgewaltigen Monologe, die er mit­unter auch direkt an das Publikum richtet, sind emotional und verrückt, die Dialoge mit seinen Frauen pointiert sarkastisch.

   Witzige Wortwechsel

     Erfolgsautor Neu Simon gestaltete "Jakes Frauen" als Grat-Wanderung zwischen Ko­mödie und Tragödie. Witzige Wortwechsel und eine verrückte Handlung betonen den Boulevard-Charakter des Stückes, aber da ist auch diese Trauer spürbar, die Tragik hinter dem Verlust der Realität, der emotio­nalen Hilflosigkeit. Denn Jake ist ein Schriftsteller, der seine wirkliche Lebens­welt und seine Romanfantasien nicht mehr auseinander halten kann und deshalb seine Frau Maggie (Pia Bachl) verliert.

Die Wohnung ist bald ein Tummelplatz für Frauen, die Kraft seiner Fantasie Ge­stalt annehmen und, sehr zu Jakes Verdruss, ein Eigenleben beginnen. Das sind die verstorbene erste Frau Julie (Anne En­gelke-Denker), Tochter Molly (Pia Riefert), Schwester Karen (Annabelle Mbaye), seine Analytikerin Edith (Laura Maria Seyer) und die aktuelle Geliebte Sheila (Lena Reinke). Vor und hinter der Bühne kümmert sich eine große Helferschar um Technik und Ausstattung. Die Gesamtlei­tung hat Volkmar Heitfeld, der die Thea­ter-AG 1990 an der Schule ins Leben rief.

 

Heitfeld sorgt sich nun ernstlich um die Zukunft dieser Arbeits-Gemeinschaft. "Das Theaterspielen wird seit der Schulreform immer schwieriger." Die Verkürzung der Schulzeit, der lange Zeitraum für das zen­trale Abitur, die Erhöhung der Prüfungsfächer, die langen Unterrichtstage ließen we­nig Spielraum für freiwillige Projektarbeit. Die Theaterleute spüren den Druck, weil sie nur an den Wochenenden intensiv pro­ben können - wenn die häufig anderweitig vermietete Aula einmal frei ist. Es wird ge­probt in einer Zeit, die die Schüler eigent­lich für die Erholung und die Vor- und Nachbereitung ihres Unterrichts-Stoffes be­nötigten. Die auswärtigen Schüler sind zu­dem am Wochenende auf die Fahrdienste der Eltern angewiesen. "Oft bleiben talen­tierte und interessierte Schüler außen vor", bedauert Heitfeld. Aber dennoch: "Alle sind mit Leidenschaft bei der Sache und freuen sich auf die gemeinsame Arbeit."

     Und auf den Premierenabend am Mitt­woch, 17. März, um 20 Uhr im Theater Syke. Karten (sechs Euro für Erwachsene und drei Euro für Schüler) gibt es im Vorver­kauf in der Buchhandlung Schüttert und an der Abendkasse.

Jakes Frauen (2010) - "Dramatische Gratwanderung"

Theater-AG des Gymnasiums spielt da Bopulevardstück "Jakes Frauen" aus der Feder von Neil Simon

   VON RENATE SCHÖRKEN

   Syke. Noch wirkt die Bühne wie ein gro­ßes dunkles Loch, in dem nur ein weißes Sofa die Blicke anzieht. Noch feilen die Darsteller an Körperhaltung und Bewe­gung und Ausdruck: Die Probenarbeit der Theater-AG im Syker Gymnasium läuft auf Hochtouren. Am 17. März hat "Jakes Frauen" Premiere.

     Noch muss viel Fantasie her, um sich die Situation in Jakes elegantem Hochhaus-Appartement vorzustellen. Mit all den Frauen, die sich im Kopf des sympathi­schen, aber ziemlich neurotischen Schrift­stellers eingerichtet haben, mit seinen Fan­tasien, Sehnsüchten und Ängsten. Szene für Szene nähern sich die sieben Darsteller den Vorstellungen von Regisseur Julio Ardila. Der erfahrene kolumbianische Thea­termacher schaltet sich immer wieder tem­peramentvoll ins Spiel ein, gibt Hilfe und Unterstützung in der verzwickten Hand­lung und den komplizierten Dialogen.

     Vor allem René Meyer, der den Jake gibt, muss umfangreiche Texte lernen. Seine wortgewaltigen Monologe, die er mit­unter auch direkt an das Publikum richtet, sind emotional und verrückt, die Dialoge mit seinen Frauen pointiert sarkastisch.

Witzige Wortwechsel

     Erfolgsautor Neu Simon gestaltete "Jakes Frauen" als Gratwanderung zwischen Ko­mödie und Tragödie. Witzige Wortwechsel und eine verrückte Handlung betonen den Boulevard-Charakter des Stückes, aber da ist auch diese Trauer spürbar, die Tragik hinter dem Verlust der Realität, der emotio­nalen Hilflosigkeit. Denn Jake ist ein Schriftsteller, der seine wirkliche Lebens­welt und seine Romanfantasien nicht mehr auseinander halten kann und deshalb seine Frau Maggie (Pia Bachl) verliert.

     Die Wohnung ist bald ein Tummelplatz für Frauen, die Kraft seiner Fantasie Ge­stalt annehmen und, sehr zu Jakes Verdruss, ein Eigenleben beginnen. Das sind die verstorbene erste Frau Julie (Anne En­gelke-Denker), Tochter Molly (Pia Riefert), Schwester Karen (Annabelle Mbaye), seine Analytikerin Edith (Laura Maria Seyer) und die aktuelle Geliebte Sheila (Lena Reinke). Vor und hinter der Bühne kümmert sich eine große Helferschar um Technik und Ausstattung. Die Gesamtlei­tung hat Volkmar Heitfeld, der die Thea­ter-AG 1990 an der Schule ins Leben rief.

     Heitfeld sorgt sich nun ernstlich um die Zukunft dieser Arbeitsgemeinschaft. "Das Theaterspielen wird seit der Schulreform immer schwieriger." Die Verkürzung der Schulzeit, der lange Zeitraum für das zen­trale Abitur, die Erhöhung der Prüfungsfächer, die langen Unterrichtstage ließen we­nig Spielraum für freiwillige Projektarbeit. Die Theaterleute spüren den Druck, weil sie nur an den Wochenenden intensiv pro­ben können - wenn die häufig anderweitig vermietete Aula einmal frei ist. Es wird ge­probt in einer Zeit, die die Schüler eigent­lich für die Erholung und die Vor- und Nachbereitung ihres Unterrichtsstoffes be­nötigten. Die auswärtigen Schüler sind zu­dem am Wochenende auf die Fahrdienste der Eltern angewiesen. "Oft bleiben talen­tierte und interessierte Schüler außen vor", bedauert Heitfeld. Aber dennoch: "Alle sind mit Leidenschaft bei der Sache und freuen sich auf die gemeinsame Arbeit."

     Und auf den Premierenabend am Mitt­woch, 17. März, um 20 Uhr im Theater Syke. Karten (sechs Euro für Erwachsene und drei Euro für Schüler) gibt es im Vorver­kauf in der Buchhandlung Schüttert und an der Abendkasse.