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19.10.2018 : 9:32 : +0200

Butterfly Blues (2008) - Harte Probenarbeit reich belohnt

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Butterfly Blues - Plakat

SYKE (roe)  Gespannte Blicke auf die Bühne: Noch fünf Minuten, dann beginnt das Stück. Der Saal ist ausverkauft. Hat sich die harte Arbeit, das lange Proben der Schüler in den vergangenen Monaten gelohnt? All diese Fragen werden in wenigen Minuten beantwortet sein.

Es wird dunkel, Blues-Musik, gespielt von einer siebenköpfigen Band, setzt ein.

„Ich hoffe mein Sohn wird zeigen, was in ihm steckt“, sagt Bernd Breckner, Vater des Darstellers Bastian Breckner.

Die Schüler der Theater AG des Syker Gymnasiums haben schon im November angefangen, ihre Texte auswendig zu lernen und haben in der letzten Woche intensiv für ihr Stück "Butter­fly Blues" geprobt. Sogar bis zu acht Stunden täglich.

Das 90-minütige Stück von Julio Ardila und Volkmar Heitfeld, nach Vorlage des Buchs "Butterfly Blues" von Henning Mankell, beschäftigt sich mit einer zurzeit hochbrisanten Thematik:

Zwei Afrikanerinnen verlassen illegal ihr Land und sind mit dem Schiff auf dem Weg nach Europa.

Kurz vor Erreichen des Festlands werden sie über Bord geworfen. "Mama wir sind da, ich kann das Land sehen!"

Sie können sich an Land retten. Doch das Gefühl, unwillkommen zu sein, setzt sich von nun an unablässig fort - Ana und Sara sollen für ihre Freiheit in Europa bezahlen, werden bedroht, zur Prostitution gezwungen und in die Kriminalität getrieben. "Wenn du viel Geld besitzt, sind die Mauern nicht so hoch." Der Teufelskreis ist undurchbrechlich, da die beiden keine gerechte Chance auf ein neues Leben bekommen.

Tanzende Mädchen betreten die Bühne. Ein junges afrikanisches Mädchen singt einen afrikanischen Blues-Titel.

Butterfly Blues - Flyer
Butterfly Blues - Flyer

Dann beginnt das eigentliche Stück mit den Worten "Ich sterbe, ich will wieder nach Hause, ich sterbe... wir werden ertrinken, das ganze Schiff ist voller Wasser."

Schon nach der ersten Szene gibt es heftigen Applaus. Claqueure wurden also nicht benötigt.

Das Stück widerspiegelt den krönenden Abschluss der Projektwoche des Gymnasiums Syke. Es ist ein Stück, das zum Nachdenken anregt, allerdings auch einen humorvollen Anstrich hat. Sprüche wie zum Beispiel "Hallo, hier spricht der Teufel, ja Sie hören richtig, der Teufel!" oder "Oh mein Gott, eine afrikanische Chinesin" regen das Publikum immer wieder zum Lachen an.

Nach den letzten Worten "ich bin hier, auch wenn du mich nicht sehen willst!", gibt es grenzenlosen Beifall.

"Das Stück ist sehr gut gelungen, besonders die Logik gefällt mir. Aber auch der Dialog und die Musik sind einfach Klasse", so der Zuschauer Thomas Zander.

Und wie gefiel dem Vater Breckner sein Sohn? "Es ist einfach Klasse, meinen Sohn auf der Bühne zu sehen. Dass man so was in kurzer Zeit so toll hinbekommt, ist einfach super!“

Aber auch Schüler wie Rafael und Jan-Hendrik sind hellauf begeistert von dem Stück: "Besonders gefällt uns der Till Kohlwes, der hat einfach eine starke Ausdruckskraft", schwärmen sie. Bildet sich hier schon ein kleiner Fanklub?

Der Darsteller Till, der zugleich vier Figuren verkörpert, ist nach dem Stück erst einmal erleichtert: "Ich bin echt glücklich. Alles lief wie am Schnürchen. Einen großen Dank an unseren Regisseur Julio Ardila, der uns allen sehr geholfen hat. Ohne ihn wäre das ganze nie zustande gekommen!"

Den Schluss kann man in den Worten des coolen Schleppers fassen: "Good bye sweet Butterfly!"

(Kreiszeitung vom 05.04.2008)